Genderspezifischer sozialer Trainingskurs für minderjährige Flüchtlinge zur Steigerung der Integration und Motivation von Verhaltensänderungen.

Zielgruppe: Männliche, minderjährige Asylsuchende, die vorwiegend aus dem nordafrikanischen Raum stammen, bislang wenig integriert sind und gewaltbereites, delinquentes bzw. hochdelinquentes Verhalten zeigen. Dies kann sich in der Ablehnung sozialer Normen darstellen. Einhergehen können geringe soziale Kompetenzen und eine niedrige Frustrationstoleranz. Unterstützend wirken kann dabei auch die Ablehnung bisheriger Hilfsangebote.

 Alter: 15- 18 Jahre

Zusammensetzung: 6-8 Teilnehmer, geschlechtshomogene Gruppe

Leitung der Gruppe: Alle Trainer und Pädagogen, die an dem Projekt mitwirken, sind in ihrer Haltung und Arbeitsmethodik entsprechend den Leitlinien der konfrontativen Pädagogik geschult.

Jede Trainingseinheit wird dabei immer mit zwei Trainern durchgeführt, von denen mindestens einer Sozialpädagoge mit der Zusatzqualifikation AAT/CT® ist.  Für die Kampfkunsteinheiten werden spezifisch geschulte und erfahrene Trainer eingesetzt. Die Trainings werden durch Arabisch/Deutsch-Dolmetscher begleitet.

Zeitlicher Rahmen:

In der Regel 5 Wochen, 1 x wöchentlich 2 Stunden, es sind auch jedoch auch Kompaktkurse möglich, z.B. Wochenendkurse oder auf eine Kursdauer von 2,5 Wochen. Die Termine werden individuell besprochen.

Ort: Räumlichkeiten müssen von der jeweiligen Einrichtung gestellt werden, da es sich um ein aufsuchendes Angebot handelt.

Kurzbeschreibung des Kurses

Die Aufnahme und Integration von schulpflichtigen, minderjährigen Flüchtlingen kann eine große Herausforderung für Schulen und Einrichtungen darstellen. Für die Jugendlichen sind geltende Regeln und Verhaltensweisen oft fremd und es fällt Ihnen, aus verschiedenen Gründen, schwer, sich an diese zu halten.

Aufgrund der massiven kumulativen Belastungen der Jugendlichen und der bisherigen Verweigerung und dem Misstrauen gegenüber Regelangeboten und Maßnahmen liegt das globale, übergeordnete Ziel des Trainings darin, dass:

  • die Jugendlichen das Salam- Training annehmen,
  • daran verbindlich teilnehmen und
  • es erfolgreich beenden.

Das Salam-Training soll Schulen und Einrichtungen bei der Integration der Jugendlichen unterstützen und verfolgt  hierzu folgende untergeordnete

Ziele:

  • Steigerung der Motivation, sich auf Angebote einzulassen,
  • Förderung von sozialen Kompetenzen,
  • Zunahme der Integration,
  • Erlernen von neuen, gewaltfreien und prosozialen Verhaltensweisen.

Das „Salam- Training“ ist ein handlungs- und bewegungsorientierter Kompaktkurs mit Wechseln von knappen Theorieanteilen und praktischen Handlungs- beziehungsweise  Trainingssequenzen.

Es werden Elemente sowohl aus der Tiefenpsychologie als auch der Verhaltenspsychologie verwendet. Zudem werden Kampfkunsteinheiten durchgeführt.

Das Salam-Training besteht aus 5 Modulen mit folgenden inhaltlichen Schwerpunkten:

Kennenlernen, Erörtern biographischer und kultureller Aspekte,  Regelvereinbarungen, Sinnhaftigkeit von Regeln, Konsequenzen bei Regelverstößen, Körpersprache und Körperwahrnehmung, Kickboxen, Thaikido, Selbstbewusstsein, Einstellung zu Gewalt, Gewaltfreie Konfliktlösungsstrategien anhand der Thaikidofairness-Strategien.

Das Programm geht dabei auf die Verfassung und Bedürfnisse der Jugendlichen ein. Der kulturelle Hintergrund wird dabei berücksichtigt und es erfolgt dennoch eine Ansprache, die die Motivation bisherige Verhaltensweisen weiter zu entwickeln, steigert.

Für Schulen: Die Stärken des Salam-Trainings liegen dabei in der Entscheidungsmöglichkeit der einzelnen Schulen. Die Schule kann zwar an die Freiwilligkeit, Einsicht und Kooperationsbereitschaft der Jugendlichen appellieren, hat mit dem Salam-Training aber einen weiteren Handlungsspielraum im Rahmen der Anwendung des §49 Hamburgisches Schulgesetz. Schulische Mitarbeitende können entsprechend aus pädagogischen und disziplinarischen Gründen die verpflichtende Teilnahme an einem Sozialen Trainingskurs bestimmen.

Dies unterstützt zusätzlich die Förderung des sozialen Klimas an der Schule.

Mit der Durchführung der Maßnahme durch externe Trainer und dem anschließenden verbindlichen Auswertungsgespräches des Trainings erfolgt eine weitere Förderung der Teilnehmer da ein eventueller, weiterer individueller Hilfebedarf analysiert und begleitet werden kann.

Evaluation:

In Anschluss des Trainings finden Auswertungsgespräche statt. Im Rahmen dessen werden Entwicklungen einzelner Teilnehmer als Signifikanz und Indikator  der Wirksamkeit besprochen und bewertet.

Dieses Projekt erfolgt in Kooperation mit der Beratungsstelle Gewaltprävention. Wenn Sie sich für das Salam- Training interessieren, sprechen Sie uns gerne an!

Wir freuen uns über Ihren Anruf oder Ihre e-mail.

 

Ansprechpartnerin: Steph Wirth

Telefon: 0177- 466 87 02  E-Mail: S.Wirth@hibeco.hamburg

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